Bei leichtem Regen oder lauwarmem Wind, ja – aber nicht bei Sturm Bert!
Obwohl viele Bienen um diese Jahreszeit Winterschlaf halten, stand Sturmtief Bert am Wochenende im Mittelpunkt der Gespräche. Wir dachten, das wäre die perfekte Gelegenheit, unsere Erkenntnisse darüber zu teilen, wie windiges und regnerisches Wetter den Bienenflug beeinflusst.
Bienen können auch im Regen fliegen, und leichter Nieselregen oder ein kurzer Schauer beeinträchtigen ihre Nahrungssuche nicht wesentlich. Selbst an feuchten und windigen Tagen besuchen Bienen weiterhin Blüten. Ganz anders sieht es jedoch bei stürmischem Wetter aus. Ab einer Windgeschwindigkeit von 32 km/h (20 mph ) vermeiden Bienen das Fliegen in der Regel, da es zu gefährlich wird und viel mehr Energie kostet.
Schon geringfügige Windgeschwindigkeitserhöhungen können die Körpertemperatur einer Biene senken, wodurch sie mehr Zeit benötigt, um ihre Flugmuskulatur vor dem Abflug aufzuwärmen. Um Energie zu sparen und die Flugbahn beizubehalten, fliegen Bienen langsamer und passen sich sorgfältig der Windrichtung an.

Forschungen haben gezeigt, dass Honigbienen besonders geschickt darin sind, das Wetter vorherzusagen. Oftmals intensivieren sie ihre Sammelaktivitäten einige Tage vor schlechten Wetterbedingungen, um Vorräte anzulegen. Dieses Verhalten macht sie auch verteidigungsbereiter, da sie so ihre Nahrungsvorräte im Bienenstock schützen.
Hummeln hingegen verfolgen einen anderen Ansatz. Sie bleiben auch an kälteren, feuchteren Tagen aktiv und nutzen clevere Techniken zur Regulierung ihrer Körpertemperatur. So können beispielsweise ihre Flügelmuskeln Wärme erzeugen, um ihren Brustkorb bei kühlem Wetter zu wärmen oder ihn im Sommer zu kühlen. Während des Winterschlafs produzieren Hummeln Glycerin, ein natürliches Frostschutzmittel, um zu verhindern, dass ihre Körperflüssigkeiten zu schädlichen Eiskristallen gefrieren. Diese Anpassung ermöglicht es ihnen, Temperaturen von bis zu -19 °C zu überleben!
Das Fliegen bei Nässe stellt Hummeln vor besondere Herausforderungen. Wassertropfen können sie beschweren und sie schließlich am Boden halten, wenn sie sich nicht abtrocknen oder nahegelegene Blüten als Nahrungsquelle finden können. Ohne die Wärme der Sonne oder eine andere Energiequelle kann dies lebensbedrohlich sein.
Solitärbienen können zwar auch bei leichtem Regen oder Wind fliegen, bevorzugen aber in der Regel hohle Stängel, unterirdische Gänge oder andere Unterschlüpfe. Die meisten Solitärarten kommen erst im späten Frühling heraus – hoffentlich, wenn das Wetter besser wird!
Während Sturm Bert über uns hinwegfegt, denken wir an die Bienen und wünschen Ihnen allen ein sicheres Wochenende.