Die kühnste Biene, von der Sie noch nie gehört haben
Unter den weltweit 20.000 Bienenarten nimmt die Apis Laboriosa eine Sonderstellung ein. Sie ist in der Welt der Bienen als die „Riesenhonigbiene“ berüchtigt.
Was ist das Besondere an der Riesenhonigbiene?
Das sind nicht die gewöhnlichen Honigbienen, die man im Garten findet. Auch in tropischen Regenwäldern oder Städten sucht man sie vergeblich. Das sind die Bienen, die im Himalaya beheimatet sind.
Es handelt sich um soziale Bienen, das heißt, sie leben in Kolonien, arbeiten zusammen und produzieren Honig wie andere Honigbienen. Aufgrund ihrer abgelegenen Nistplätze werden sie jedoch nicht so häufig domestiziert wie die Gemeine Honigbiene (Apis mellifera).
Schon mal von Mad Honey gehört? Ein Honig, der die gesamte römische Armee mit einem Schlag niederstreckte. Derselbe Honig mit seinen heilenden und psychoaktiven Eigenschaften, den jetzt die ganze Welt ausprobieren will. Ja, die riesigen Honigbienen stecken hinter diesem mystischen Nektar.
Wie sehen sie aus?

Apis laboriosa ist die größte Honigbiene der Welt; ihre Flügelspannweite kann über 3 cm betragen. Sie sind flinke Flieger und leben in Freiluftnestern. Sie können sich an die rauen und unwegsamen Felswände des Himalayas in großer Höhe anpassen und dort überleben. Sie leben in schwindelerregenden Höhen von über 2.500 Metern! Das ist wahrlich ein Leben am Limit.
Sie rühmen sich ihres dunklen Gefieders und ihrer goldenen Flügel, die sie an die rauen Bergwinde angepasst haben. Sie sind nicht nur robust, sondern auch unglaublich geschickte Sammler. Denn sie sammeln Nektar von Rhododendronblüten in hohen Lagen, um ihren berühmten „Wildhonig“ herzustellen.
Was ist denn so „verrückt“ an ihrem Honig?
„Verrückter Honig“ ist nicht nur ein witziger Spitzname. Der Honig, den diese Bienen von Rhododendronblüten sammeln, enthält natürliche Verbindungen, sogenannte Grayanotoxine. Dadurch erhalten wir einen rötlichen, leicht bitteren Honig mit mild halluzinogenen und medizinischen Eigenschaften.
Honig wird seit Jahrhunderten bei Verdauungsbeschwerden, Bluthochdruck und Stress eingesetzt. Doch das ist längst nicht mehr so. Auch heute noch genießen viele Menschen Honig, um ihre Gesundheit zu fördern und dem Alltagsstress zu entfliehen.
Doch wenn Menschen zu viel von diesem Honig konsumieren, kann er Schwindel, Kribbeln und Übelkeit verursachen. Daher sollte man diesen Honig unbedingt mit Vorsicht genießen und ihn in Maßen verzehren.
Und ja, es ist in vielen Ländern legal und wird trotzdem geerntet.
Wer sammelt also diesen seltenen Honig?

Lernen Sie die Gurung-Honigsammler kennen, eine indigene Gemeinschaft aus Nepal, die seit Generationen Honig erntet. Sie klettern Hunderte von Metern hoch, um die Bienenstöcke zu erreichen, und benutzen dabei ausschließlich handgefertigte Strickleitern.
Obwohl es brandgefährlich ist, ernten sie weiterhin den verrückten Honig. Hauptsächlich, weil es sich um ihren heiligen, uralten Brauch handelt, der tiefen Respekt erfordert.
Wissenswertes
- Apis laboriosa ist die größte Honigbiene der Welt .
- Die rote Farbe des Honigs stammt vom Rhododendronnektar .
- Diese Bienen sind äußerst wählerische Sammlerinnen. Wenn die giftigen Rhododendren blühen, wissen sie genau, wo sie hinfliegen müssen.
- Im Gegensatz zu vielen anderen Honigbienen baut Apis laboriosa einzelne, riesige Waben – manchmal über einen Meter breit!
- Diese Bienen galten einst als Unterart der gewöhnlichen Himalaya-Honigbiene (Apis dorsata), wurden aber 1980 aufgrund ihrer einzigartigen Lebensweise in großer Höhe und ihrer besonderen Verhaltensweisen als eigene Art neu klassifiziert.
- Man findet sie nur in abgelegenen Himalaya-Regionen – in Nepal und der Türkei . Nirgendwo sonst.
- Bienen bauen ihre Waben mit der Öffnung nach unten, sodass sie Wind, Regen und sogar Greifvögeln voll ausgesetzt sind.
- Verrückte Honigbienen sind widerstandsfähiger als normale Honigbienen und können in der dünnen Bergluft überleben.
Was können wir für unsere verrückten Honigbienen tun?
Auch wenn Sie die Klippen wohl nicht so bald besteigen werden, können Sie die Bienen trotzdem schützen.
Der erste Schritt wäre, die Bedeutung wilder Bestäuber in Bergökosystemen zu verstehen. Sobald man genug über sie weiß, kann man das Bewusstsein in der eigenen Gemeinde schärfen.
Einige Organisationen, wie beispielsweise Medicinal Mad Honey, arbeiten seit über einem Jahrzehnt mit lokalen Gemeinschaften zusammen, um eine ethische und nachhaltige Ernte zu gewährleisten.
Und falls Sie jemals Zeit finden, lohnt es sich, mehr über die reichen Traditionen hinter dieser seltenen Praxis zu erfahren. Die Geschichte des verrückten Honigs ist genauso faszinierend wie der Honig selbst!